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Bild Far away, so close
«Far away, so close!» – Spielfilm von Wim Wenders (1993). Der Film ist die Fortsetzung von «Der Himmel über Berlin».

«In weiter Ferne, so nah» zeigt Wim Wenders den Engel Cassiel, entrückt von der Stadt, auf den Schultern der bron­zenen Victoria. Die Statue bildet den krönenden Abschluss einer mittels eines massiven Sockels im Stadtboden veran­kerten Säule.

Die Wohnungen der unteren Geschosse im «Hohen Haus West» thematisieren mit gekammerten Grundrissen und Raumenfiladen das gründer­zeitliche Wohnen in der Stadt. Sie kommuni­zieren über den Wohnraum an der Längs­seite mit dem gegenüber­liegenden baum­bestandenen Platz und profitieren von dessen räumlicher Weite und vom Blick auf den Üetliberg – den Zürcher Stadtberg. Die Fenster sind hier klassisch gesetzt, sie reichen bis zur Decke. Eine Brüstung schützt vor Einblicken von der Strasse, der Blick wird in die Tiefe des Platz­raumes gelenkt.

Zwei schmale Absätze auf der Höhe der Trauflinie der umliegenden Gebäude markie­ren den Wechsel zum «Wohnen im Hochhaus» über der Stadt. Die drei­seitig belich­teten Wohnräume an den Schmal­seiten orientieren sich nun an der Längsrichtung des Limmattales und erlauben eine Fernsicht über die Dächer Wiedikons in Richtung Limmattal oder zum Zürichsee und zu den Bergen. Die Fenster sind bodenbündig angeordnet und geben den Blick auf die Dachlandschaft der Stadt frei.

Wohnen in der Stadt – 1.–4. Obergeschoss
Wohnen IN der Stadt: 1.–4. Obergeschoss
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Wohnen ÜBER der Stadt: 5.–9. Obergeschoss

1.–4. OG

5.–8. Obergschoss

Wohnen in der Hauskrone: Zuoberst bilden zwei Maiso­nettewohnungen den Gebäudeabschluss. Vom 2-geschossigen Wohnraum erreicht man über eine Treppe die Essgalerie mit Küche. Von dort gelangt man auf die darüberliegende Aussenküche.

Hohes Haus West: zweigeschossiger Wohnraum
Zweigeschossiger Wohnraum in der Hauskrone
Aussenküche
Aussenküche

5.–9. OG

10. OG

Diese Schichtung des Gebäudes war für uns ein wichtiges Entwurfsthema. Gemeinsam mit der Schicht des Cafés im Erdgeschoss und dem abschliessendem Dachgarten sind 5 Schichten von aussen ablesbar.

Hohes Haus West: 5 Schichten ablesbar
Fünf ablesbare Schichten

Schnitt

Die starke Gliederung des Gebäudes in Basis und Aufbau hat uns auch bei diesem frühen Zweifamilienhaus in Dietikon interessiert. Im Erdgeschoss befindet sich der Ankunfts­bereich mit dem Carport, im Holzkörper darüber zwei individualisierte Eigentums­wohnungen, welche das Wohnen im Garten und auf dem Dach thematisieren.

Grundrisse OG und DG
Zweifamilienhaus Dietikon: Grundrisse OG und DG
Zweifamilienhaus Dietikon
Zweifamilienhaus Dietikon

Im Gegensatz zu den voran­gegangenen beiden Beispielen bilden wir bei den beiden Mehrfamilienhäusern an der Winkelriedstrasse nicht unterschiedliche Wohnstypen aus, sondern realisieren die Differenzierung der Wohnungs­typologie innerhalb der Wohnung. Wohnen, Essen, Cockpitküche und Terrassen sind zu einem offenen Raum­kontinuum einer offenen Wohn­veranda zusammengefasst. Das spezifische «Verandawohnen» wird durch raumhohe Fenster und eine feinteilige Fenster­gliederung, Stützen, Geländer und Markisen thematisiert. Die mit erker­artigen Eckfenster ausgestatteten Schlafzimmer auf der Rückseite der Wohnung verbinden sich entlang der Fassade über die Badezimmer zu einer gross­zügigen Raumenfilade.

MFH Winkelriedstrasse: Grundriss 1. OG
Wohnhäuser Winkelriedstrasse, Grundriss 1. OG
Wohnhäuser Winkelriedstrasse, Zürich (2012)
Wohnhäuser Winkelriedstrasse, Zürich (2012)