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2013
Projektinfos

Projekt: 2009–2010
Ausführung: 2011–2013
Bauherrschaft: privat
Mitarbeit: Didier Oskam, Michael Nötzli, Eberhard Tröger, Christa Kanalz, Philipp Metzger
Projektleitung: Jonas Ringli
Bauleitung: Michael Nötzli

Entwurf und Ausführung Leuchten, Griffe, Bartheke: Luc Forster, Gruber Forster GmbH, Zürich
Entwurf und Ausführung Rakuplatten in den Küchen und im Café: Marta & Sebastian Rauch, Karak, Schlins
Kunst am Bau, Betonbehandlung Treppenhaus: Markus Wetzel, Berlin
Farbgestaltung: mit Andrea Burkhard, Zürich
Preise: Silberner Hase in Architektur Hochparterre, 2013, Auszeichnung «Gute Bauten der Stadt Zürich», 2016

An ausgezeichneten städtebaulichen Orten akzentuieren Hochhäuser das homogene Gründerzeit-Quartier Wiedikon. Das Hohe Haus West knüpft an diese quartiertypische Begebenheit an. Mit seinen knapp 40 Metern geht das Gebäude ans Limit seiner zulässigen Gesamthöhe und löst sich von der begrenzenden Traufhöhe der benachbarten Blockrandbebauung, die sich in feinen Volumenrücksprüngen in der Aussenform des Gebäudes abzeichnet. Gleichzeitig bezieht es sich auf diese Weise auf die Höhe der Nachbarbauten. Am Ende der sich dynamisch entwickelnden Weststrasse bildet das Hohe Haus den markanten stadträumlichen Abschluss einer für Zürich ungewohnt grosszügigen länglichen Platzanlage, die mit einer doppelten Baumreihe bestückt ist.

Der Grundriss des Gebäudes entwickelt sich entlang der begrenzenden Baulinien und der Fluchtlinien des bestehenden Blockrands. Mit seiner präzisen Setzung klärt er die stadträumlichen Übergänge zwischen Hofraum und Platzraum. So bildet sich ein Volumen, das sich im Fussabdruck im Quartier integriert und in der Höhe die spezifische stadträumliche Situation akzentuiert. Ein Café-Restaurant im Erdgeschoss verankert das Gebäude im Stadtboden und verbindet den Platz mit dem Hochhaus. Die gemeinschaftliche Dachterrasse bildet seinen krönenden Abschluss. Zwei verschiedene Grundrisstypen reagieren auf die Höhenstaffelungen des Wohnhochhauses im Gründerzeitquartier. Die Wohnungen der unteren Geschosse thematisieren das Wohnen innerhalb der Blockrandstadt und kommunizieren über den Wohnraum an der Längsseite zum gegenüberliegenden Platz. Darüber beginnt das Wohnen im Hochhaus, und die dreiseitige belichteten Wohnräume an den Schmalseiten orientieren sich nun an der Längsrichtung des Limmattales. Die Küchen verbinden sich dank ihrer grossen Schiebetüren mit der Weite des Stadtraumes und verwandeln sich in grosszügige Aussenzimmer.

Ein Kleid von ondulierenden Faserzementplatten, zusammengehalten durch ein Netz golden eloxierter Aluminiumprofile spannt sich vertikal und horizontal über das gesamte Gebäude. In seinem zeitgenössischen Ausdruck nimmt es Bezug auf die mineralischen Fassaden der Umgebung und auf die Ästhetik der 1950er Jahre, die viele der älteren Hochhäuser des Quartieres prägen.