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2016
Projektinfos

Projektwettbewerb auf Einladung: 2015 (1. Preis)
Bauherrschaft: Wohnbaugenossenschaft Luzern
Mitarbeit Planung: Lucas Michael / Projektleitung
Mitarbeit Wettbewerb: Lucas Michael, Fanni Müller, Michael Nötzli
Landschaftsarchitektur: Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

Die bestehende Siedlung (Teilgebiet B & C) aus den 1930er Jahren soll quartier- und mieterverträglich über einen Zeitraum von 10 Jahren ersetzt und verdichtet werden. Wir schlagen aufgrund dieser vorgefundenen ortsbaulichen Qualitäten vor die modernisierten Ersatzwohnbauten auf den bestehenden und vertrauten Bebauungsmustern und Aussenräumen aufzubauen und so zu einer organischen Weiterentwicklung des Quartieres beizutragen.

Die an den Rändern des Baufelds B entlang der Strassen aufgereihten Einzelbaukörper verschiedenen Zuschnitts spielen einen grossen Innenraum frei. Dieser wird – ähnlich dem Hof des Bestandes – zum Ort der Gemeinschaft und der Identität. Die im Vergleich zum Bestand kleinteiligere Struktur bewirkt eine stärkere Verwebung mit dem Strassenraum und eine Annäherung an die Körnung der umliegenden Bebauung.

Die Häuser haben den Hauptzugang und die Adresse an der Strasse. Grosszügige Eingangsbereiche, Vorgärten, Veloabstellplätze und mit einem grossen Solitärbaum markierte Durchgänge zum Hof gliedern den Strassenraum. Der Ausdruck der Fassaden ist – auch in Erinnerung an die bestehende Bebauung – einfach gehalten. Verputzte Fassadenflächen und raumhohe französische Fenster strukturieren die Baukörper. An den Ecken der grösseren Häuser zeigt sich der verglaste Wohnraum der bis zum Hof reicht. Zum Hof hin werden die Volumen im Grundriss und Schnitt bewegter. Der Aussenraum wird geprägt durch die gestaffelten Küchen- und Balkonkörper, die den zum Hof orientierten Wohnhallen vorgelagert sind. Der Hofraum wird durch eine Beetstruktur gegliedert und weitet sich in der Mittelachse zu einer bewegten Fläche mit Platzcharakter. Ein unregelmässiger Baumhain mit mittelgrossen Obst- und Zierbäumen zentriert den Hof auch in der Vertikalen.

Die fünf neuen Baukörper im Teilbereich C nehmen die Position der bestehenden Baukörper ein. Dadurch ist eine unproblematische, frei wählbare Etappierung gewährleistet und die Eingriffstiefe im bestehenden Terrain wird minimiert. Dies erfolgt in der Absicht den bestehenden Garten hinter den Häusern mit seinem schönen, teilweise geschützten Baumbestand und allen Mäuerchen, Wegen, Treppen, Wäschehäng- und Sitzplätzen möglichst integral zu erhalten.

Auch im Schnitt wird der Eingriff ins Terrain minimal gehalten. Die Häuser werden zum Parkraum hin ebenerdig angeordnet. Durch eine strassenseitige Absenkung des Terrains auf Niveau der strassenbegleitenden Stützmauer ist praktisch keine aufwändige Baugrube nötig. Die Stützmauer mit den Treppenaufgängen zu den einzelnen Häusern soll aus bautechnischen und ökonomischen Überlegungen ebenfalls erhalten werden. Entlang der Stützmauer wir der neue «Promenadenweg» ausgebildet.

Von Promenadenweg werden die Häuser im Untergeschoss erschlossen. Die talseitige Belichtung erlaubt es angenehme Eingangssituationen sowie attraktive Bastel-, Wasch- und Veloräume anzubieten. Die 100 neuen Wohnungen sind jeweils zweispännig erschlossen und orientieren sich zum südseitigen Garten und zur Aussicht im Norden. Der zweiseitig gerichtete Wohnraum ist in einen Wohnbereich mit grossem Aussichtsfenster zum Tal und einen Essbereich mit angrenzender Cockpitküche zum Garten gegliedert.

Aus der Küche werden die im Parkraum stehenden individuellen Aussenräume brückenartig erschlossen. Diese schmiegen sich wie kleine Baumhäuser zwischen die bestehende Vegetation. Minimale Wendeltreppen verbinden sie mit dem bestehenden Garten.