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2003
Projektinfos

Projekt: 2002
Ausführung: 2003
Bauherrschaft: privat
Projektleitung: Gian Salis
Bauleitung: Margrit Baumann, dipl. Arch. ETH/SIA

Am Rande der historischen Kernzone von Bürglen findet sich neben Kirche und Friedhof mit Blick über den Urner Talboden die Hofstatt Stiege. Das Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert und der zugehörige Stall spannen zusammen einen gemeinsamen hangseitigen Eingangshof und talseitigen Aussenraum auf. An Stelle des alten Stalles soll ein neues Einfamilienhaus entstehen, das sich dem historischen Haupthaus unterordnet und dem Bild der bäuerlichen Hofstatt und dem Vorgängerbau Rechnung trägt. Das Sockelgeschoss des Stalles und die anschliessenden Mauerstücke aus Bruchstein werden erhalten und bilden die natürliche Basis des neuen Hauses. Darauf wird ein hölzerner Wohnkörper gesetzt, der zweiseitig über den Sockel auskragt. Die Verschiebung des Giebels aus der Gebäudemitte schafft ein Gegengewicht zur gartenseitigen Auskragung der Laube.

Der alte Strickbau des Stalles wird in einen modernen Holzständerbau uminterpretiert. Auf der Aussenseite werden drei zueinander um 90° gedrehte Lagen aus sägerohen unbehandelten Fichtenbrettern als hinterlüfteter Witterungsschutz übereinandergeschichtet. Konstruktive und verkleidende Elemente sind miteinander verstrickt und binden den Baukörper als Ganzes zusammen. Die Geländer und die Laube werden durch das Weglassen einer Bretterschicht ausgedünnt und von aussen ablesbar. Im Innern sind die gleichen Bretter gehobelt und als weiss gestrichene Wandverschalung oder als Bodenriemen verwendet.

Das Haus wird – wie in traditionellen Bauernhäusern – über eine hölzerne Aussentreppe von der Laube aus betreten. Der Grundriss ist entlang der Laube in drei Raumschichten unterteilt, die im Wohngeschoss mittels Schiebetüren kurzgeschlossen werden können. Durch ein Abknicken der Längswand wird der introvertierte Dielenraum im Dachgeschoss zur Sonnenseite geöffnet und mit einem kniestockhohen Fenster auf der Gartenseite mit der Loggia verbunden.