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2012
Projektinfo
Eingeladener Wettbewerb: 2008
Fertigstellung: 2012
Mitarbeit: Anna Lehmann (Projektleitung), Kathrin Oechslin, Michael Nötzli
Adresse: Winkelriedstrasse 34 & 36, 8006 Zürich
Ersteller: KE-CPE Vorsorgestiftung Energie Zürich
Trägerschaft: PKE-CPE Vorsorgestiftung Energie Zürich
Bauleitung: Raphael Gretener Bauplanung, Zürich
Statik/Tragwerksplanung: DSP Ingenieure & Planer AG, Greifensee
Landschaftsarchitektur: Kuhn Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich
Entwurf/Ausführung Haustürgriff und Leuchter Eingangshalle: Luc Forster, Gruber Forster GmbH, Zürich
Farbberatung: Andrea Burkhard, Zürich

Das Wohnquartier Oberstrass am Zürichberg wird geprägt durch freistehende mehrgeschossige Stadtvillen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die neuen Wohnhäuser nehmen diese Typologie auf. Um das maximale Volumen an der oberen Grenze der Ausnutzung ins Quartier einfügen zu können, wurde es auf zwei gestaffelte Baukörper verteilt. Vor- und Rücksprünge reagieren auf die engen Grenzabstände und schaffen gleichzeitig für jede der Wohnungen einen allseitigen Bezug zur Umgebung. Zimmerfluchten und Eckzimmer knüpfen an die Grosszügigkeit der bürgerlichen Wohnung an. Eine dreiseitig orientierte Wohnhalle mit Küche, raumhohen Fenstertüren und umlaufenden, geschwungenen Eisengeländern ruft Erinnerungen an die quartiersüblichen Veranden der Jahrhundertwende wach und öffnet die Gebäude zum Garten und zum Quartier. Eckfenster und weit auskragende Eckveranden brechen die enge Frontalität der Umgebung zur Bebauung und orientieren die Wohnungen in der Diagonalen zu den grosszügigeren seitlichen Aussenräumen und zur Aussicht im Süden und Westen. Die Häuser reagieren durch eine sehr differenzierte Materialisierung, eine zarte Farbigkeit und eine vielschichtige Staffelung der Fassaden auf die grosse Nähe der Nachbarschaft. Diese sehr handwerklich orientierte Durcharbeitung umfasst alle Gebäudeteile wie z.B. die Geländer, die Mehrfarbigkeit der Fenster, die Spiegelschränke bis hin zu speziell entworfenen Türgriffen und Lampen. Die vielen Schichten der Fassade ermöglichen trotz der äusserst nahen Bestandsgebäude rundum eine fein dosierte Öffnung der Wohnungen. So wird die Fassade zur kommunizierenden Membran als Grenze zwischen der Intimität des privaten Wohnens und der Öffentlichkeit im Stadtraum.