2019
Projektinfos

Eingeladener Projektwettbewerb: 2019
Bauauftraggeberschaft: Baugenossenschaft Rotach, Zürich
Mitarbeit: Lea Frauenfelder, Johannes Walterbusch, Lucien Villiger, Sophie Unger

ROTACH – PAS DE DEUX

Ein vorderes Strassenhaus und ein rückwärtiges Gartenhaus im spielerischen ‚Pas de deux’.

Das direkt an das Nachbarhaus angebaute Strassenhaus übernimmt die benachbarten Gebäudefluchten und die geringe Gebäudetiefe von 9.25 Meter. Mittels eines fassadenbündigen Dachaufbaus an der Ecke Schweighofstrasse und Döltschiweg wird für die neue Strassenbebauung ein markanter Kopf und Abschluss akzentuiert.

Vor- und Rücksprünge gliedern und individualisieren das punktförmige Gartenhaus im parkartigen Landschaftsraum. Die dichte waldartige Bepflanzung im Süden soll etwas lichter und die grosse, südseitig bereits stark beschnittene Fichte gerodet werden. Die anderen Bäume sollen weitgehend erhalten und mit Hartholzbäumen ergänzt werden. Inseln mit blühenden Sträuchern schaffen im Raum zwischen den Häusern einen lebendigen Vordergrund und Distanz.

Die Adressierung der beiden ROTACH-Häuser erfolgt gemeinsam von der Schweighofstrasse. Eine breite offene Eingangs- und Velohalle im Erdgeschoss des Strassenhauses führt vom Vorgarten zum Hofraum zwischen den Häusern .

Je ein feines viergeschossiges Regal aus Erschliessungsbalkonen ist den beiden Häusern hofseitig vorgelagert. Geschossweise zueinander versetzte Gangways oder Brücken verweben sie spielerisch und führen vom Lift im Strassenhaus zur Treppe im Gartenhaus. Die den Küchen vorgelagerten und berankten Balkone bilden vernetzende Aussenräume und natürliche Treffpunkte für die Pflege sozialer Kontakte zwischen den Hausbewohner-Innen auf dem Weg in die Wohnung. Die Waschräume im Erdgeschoss, eine kleine gedeckte Gartenhalle und ein Gartensitzplatz unter den Bäumen dienen dem genossenschaftlichen Zusammenleben.

Beide Häuser sind als Zweispänner organisiert. Allen Wohnungen ist gemein, dass sie über eine grosszügige Wohnküche direkt vom Erschliessungsbalkon betreten werden. Die grossflächige Verglasung erfährt durch schmale, raumhohe Fensterflügel, das geschlossene Panel der Eingangstür und Vorhänge eine schützende Gliederung. Diesem der Hausgemeinschaft zugewandten Scharnierraum wird als privater Rückzugsraum ein zum Garten oder zur Strasse hin orientierter Wohnraum gegenübergestellt.

Im Strassenhaus werden die verschiedenen Räume der Wohnungen zu einer durchgängigen Raumenfilade angeordnet. Durch das Vermeiden von eigentlichen Erschliessungskorridoren wird es möglich zur Strassenseite eine grosszügige Wohnhalle auszubilden. Ein langgezogenes Bandfenster und der mit Faltfenstern verglaste Wintergarten bringen die Abendsonne in die Wohnungen.

Im Gartenhaus bildet der schmale, mit Wandschränken bestückte Zimmerflur eine Pochéschicht zwischen der geselligen Wohnküche und dem ruhigen gartenseitigen Wohnzimmer mit der vorgelagerten Veranda. Zweiflüglige Türen auf der Küchen- und Wohnraumseite erlauben den Schlafbereich vor Einblick und den Geräuschen des Wohnens zu schützen.

Konstruktion & Fassade
Die Geschossdecken und Wohnungstrennwände sind aus akustischen und ökonomischen Gründen als Ortbetondecken aus Recyclingbeton konstruiert. Vorfabrizierte, fermacellverkleidete Holzständerelemente bilden die tragenden und nichttragenden Innenwände. Die Aussenwände aus vorfabrizierten Holzelementen werden bauseits mit feinwelligem Eternitplatten verkleidet.

Die Erschliessungsloggia wird in Form einer leichten Stahlkonstruktion auf der gemeinsamen Hofseite ausformuliert und schützt die farbig gestrichenen Holzfenster. Die ungeschützte Befensterung der Aussenfassaden werden mit einer farbigen Metallverkleidung (Holz-Metallfenster) geschützt. Ausgreifende textile Fallarmmarkisen und robuste Faltrollläden geben der Fassade ein differenziertes Gepräge.

Die Wärmeerzeugung soll mittels Erdwärmesonden gewährleistet werden. Die Photovoltaikanlagen zur Gewinnung der dazu notwendigen Elektrizität wird kostengünstig und effizient auf dem Dach angeordnet.