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2018-2019 (bis Bauprojekt)
Projektinfos

Studienauftrag: 2018, Auftrag zur Weiterbearbeitung
Bauherrschaft: privat
Mitarbeit Wettbewerb: Julia Geissler, Lucien Villiger, Lea Frauenfelder, Jonas Ringli, Tenzin Dawa Tsamdha
Mitarbeit Planung: Thomas Rutishauser (Projektleiter), Yves Rechsteiner

Wohnüberbauung Kreuzstrasse, Uster

Die neue Wohnüberbauung nimmt mit dem vorgeschlagenen z-förmigen Gebäudekörper die bestehende Körnigkeit auf dem ehemaligen Gewerbeareal auf und bildet auf der Nordwestseite zur Kreuzung Kreuzstrasse / Rännefeldstrasse einen Vorplatz und auf die Südostseite einen privaten Gartenraum aus. In seiner Volumetrie und der architektonischen Ausformulierung thematisiert er das Wohnen im suburbanen Umfeld, das weder städtisch noch ländlich sein will.

Der mit vier Linden bepflanzte Kiesplatz bildet zusammen mit den erdgeschossigen Hobbyraumnutzungen das Scharnier zwischen dem Quartier und der neuen Wohnüberbauung. Die vorgeschlagenen Linden bringen die bereits vorhandene strassenbegleitende Platanenreihe auf dem kleinen Platz zu einem räumlichen Abschluss. Der Platz der neuen Bebauung, die bestehende Strassen- und die neue markante Platzbepflanzungen werten die Kreuzstrasse als eine identitätsstiftenden Quartierstrasse in Uster auf.

Eine Vielfalt von blühenden Bäumen, farbigen Ziersträuchern, ein verschlungenes Netz von Kieswegen, weichen Rasenflächen, Spielplätzen und Bänken bilden auf der Gebäuderückseite als bereichernder Gegenpol eine lauschige Garteninsel für den Aufenthalt der grossen und kleinen HausbewohnerInnen.

Eine mittig in den Gebäudekörper eingeschnittene Aussenhalle verbindet die beiden in Funktion und Atmosphäre ganz unterschiedlichen Aussenräume – den Baumplatz und den Garten. Die zweigeschossige Halle bildet einen gemeinschaftlichen regen- oder sonnengeschützten Ankunftsort und Aufenthaltsraum für alle Bewohner.

Am Ende der Rännefeldstrasse befinden sich die Tiefgaragenabfahrt und die durch eine Robinienreihe gesäumten Besucherparkplätze.

Das viergeschossige Wohnhaus wird strassenseitig durch ein Hobbyraumgeschoss, ein auskragendes Vordach zum Platz und das an den Längsseiten eingezogene bzw. an den Schmalseiten fassadenbündige Attikageschoss in der Vertikalen gegliedert. Ein formales Vokabular bestehend aus einer zweigeschossigen luftigen Säulenhalle, filigranen Eckveranden, geschosshohen französischen Fenstern und eine gartenseitigen Loggiaschicht ermöglichen es den Baukörper je nach Lage zum Platz, zur Strasse oder zum Garten ortsspezifisch auszubilden.

Von der zweigeschossigen gemeinschaftlichen Aussenhalle führen zwei Eingänge zu drei Treppenhäusern. Die grosszügigen Treppenhäuser erschliessen sehr effizient jeweils 3 oder 4 Wohnungen pro Geschoss. DieDie Hobbyräume können für die Bewohner direkt von der Eingangshalle her erreicht werden. Sie verfügen alle auch über einen für allfällige externe Mieter idealen direkten Zugang zum Platz und tragen mit dazu bei den strassenseitigen Aussenraum zu beleben.

Die 37 Wohnungen sind entweder Eckwohnungen oder erlauben das Wohnen zwischen Strassen- und Gartenraum. Die meisten Wohnungen zeichnen sich durch eine Wohnraumenfilade bestehend aus einer grossen Wohnküche und einem Salon.
Die über der Zugangshalle angeordneten Wohnungen thematisieren durch einen hallenartigen durchgesteckten Wohnraum das Wohnen zwischen Platz und Garten. Im 2. und 3. Obergeschoss kann bei diesen Wohnungen mittels Doppelflügeltüren der Essbereich von der Wohnhalle abgetrennt und auch als autonomes Zimmer gelesen werden. Durch dieses Jokerzimmer kann die Wohnung durch die Bewohner als grosszügige 3.5-Zi-Wohnung oder als im Flächenverbrauch sparsame 4.5-Zi- Wohnung genutzt werden. Die Wohnungen werden zusätzlich durch ihre spezifischen privaten Aussenräume geprägt. Sie verfügen entweder über eingezogene Eckveranden zur Strasse oder zum Platz oder eine durchgehende vor die Zimmer gestellte luftige Loggia zum Garten hin. Die erdgeschossigen Wohnungen sind über die Loggia direkt mit dem Garten verbunden. Die Attikawohnungen zeichnen sich durch eine strassen- und gartenseitige Dachterrasse aus.

Die Konstruktionssysteme Beton und Holz prägen in ihrer Leichte und Schwere die Wohnatmosphäre des Wohnhauses und interpretieren zusätzlich seine Situierung zwischen Platz und Garten. Das Kellergeschoss, die Eingangshalle und die Treppenhäuser sind sichtbar in Ortbeton gegossen und bilden die Basis und die Aussteifung für die eigentlichen Wohngeschosse. Die Fassade zur Strasse/Platz ist als hinterlüftete Konstruktion mit profiliertem Metallblechabdeckung konzipiert. Die französischen Fenster auf der Strassenseite werden aussen mit einer farbigen Metallverkleidung (Holz-Metallfenster) geschützt. Eine umlaufende in Holz konstruierte leichte Loggia auf der Gartenseite deckt die raumhohen naturbelassenen Holzfenster sowie die hinterlüftete Holzverschalung der Aussenwand. Ausgreifende textile Fallmarkisen auf der Strassenseite und Senkrechtmarkisen auf der Loggia geben der Fassade ein zusätzliches Gepräge.